3 Tipps: So kommst du sicher durch das Jurastudium

„Hätte ich’s doch damals gewusst!“ Wenn ihr diese drei Tipps befolgt, werdet ihr das am Ende eures Jurastudiums sicher nicht sagen.

Ich werde immer wieder gefragt, wie man durch das Studium kommt. Welche Tipps habe ich für die Zwischenprüfung und die Examensvorbereitung und so weiter. Aus meiner Sicht gibt es drei Tipps. Wenn ihr diese berücksichtigt, dann seid ihr schon auf einem sehr sehr guten Weg, um bis zum Examen durchzukommen.

Tipp Nr. 1: Angeber ausblenden!

Haltet euch fern von Besserwissern, von Schlaumeiern von Leuten, die euch das Gefühl geben, dass sie schlauer sind als ihr, oder dass ihr irgendwie nicht so viel wisst. Ich erinnere mich mit Schrecken an das erste Semester: Da hatten wir Leute im Studium, die gerne schon über Grundrechte und Schutzbereichseingriffe referiert haben. Ich hatte damals, nach zwei Wochen Jurastudium keine Ahnung und wusste nicht, wovon die reden. Übrigens: Im zweiten Semester waren die schon gar nicht mehr dabei. Der eine hat  irgendwie zur Medizin gewechselt, der andere hat abgebrochen. Also so viel zum Thema Genie…Haltet euch fern von denen, die viel reden. Lasst euch von denen auf gar keinen Fall entmutigen.

Tipp Nr. 2: Gewöhnt euch an schlechte Noten

Lasst euch auch nicht von schlechten Noten entmutigen. Die gehören zum Jurastudium dazu wie Schnee zum Winter oder wie Sand zum Meer. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wenn man aus der Schule gewohnt ist, mit relativ wenig Aufwand halbwegs gute Noten abzukassieren, dann kommt man mit dieser Haltung und Attitüde im Jurastudium nicht weit und wird schnell eines Besseren belehrt. Denn selbst eine Klausur, die vollkommen richtig ist, kann mit 4 Punkten bewertet werden. Und das ist neu für jemanden, wenn man das vorher nicht kannte. In der Schule ist das so: Wenn man eine gute Klausur schreibt, bekommt man eine gute Note. Bei Jura kann es durchaus so sein, dass man eine gute Klausur schreibt und trotzdem nur vier Punkte bekommt. Wenn man eine schlechte Klausur schreibt, kann es auch durchaus sein, dass man eine gute Note bekommt, weil alle anderen Prüfungsteilnehmer auch schlechte Noten geschrieben haben. Lasst euch davon keinesfalls entmutigen! Das ist das ganz normale Leben. Das gehört dazu. Denkt da nicht weiter drüber nach, sondern geht weiter zur nächsten Klausur. Wenn ihr dieses Studium machen wollt, bleibt dabei und lasst euch dadurch auf keinen Fall entmutigen.

Tipp Nr. 3: Nehmt euch ein intensives Lernjahr vor dem Examen

Wenn ihr das Examen schaffen wollt, dann räumt euch vor der Prüfung 12 bis 15 Monate frei. Länger halte ich auch für schwachsinnig. Bei uns im Repetitorium waren teilweise Leute, die haben das zwei oder drei Jahre lang gemacht. Aber das hält auch kein Gehirn aus und vor allem stimmt da dann auch irgendwas nicht…Aber so etwa ein Jahr muss man sich schon konzentrieren und dann auch fokussieren und sagen: „Okay, solange gehe ich jetzt in die Bibliothek oder in den Keller.“ Ich habe ein bisschen in der Bibliothek gelernt. Ich bin jeden Tag so um 9 Uhr oder 10 Uhr in die Bibliothek gegangen und habe dann bis 11 Uhr gebraucht bis ich auf Temperatur kam. Dann bin ich zum Mittagessen gegangen und bin erst dann so langsam in den Rhythmus gekommen und konnte dann relativ lang machen. Ich bin überhaupt nicht selten bis 21 Uhr in der Bibliothek gewesen, weil ich gerade zwischen 16 und 21 Uhr richtig produktiv war. In dieser Zeit konnte ich mir die Sachen irgendwie gut merken und das habe ich über Monate so gemacht.

Ohne Freizeit keine Lernzeit!

Man kann natürlich nicht jeden Tag 24 Stunden lernen, sondern man muss sich auch Freiräume schaffen. Ich habe zum Beispiel sonntags nie etwas gemacht. Da habe ich konsequent kein Buch angefasst und mir den ganzen Tag frei genommen und Samstag einen halben Tag. Von Montag bis Freitag habe ich dagegen komplett durchgearbeitet. Da muss jeder aber seinen Rhythmus finden. Und 12 bis 15 Monate sollte man sich, wie gesagt, vor dem Examen zum Lernen schon nehmen, wenn ihr das Ziel erreichen wollt. In dieser  Zeit muss man sich ein bisschen zusammenreißen. Dann klappt es auch.

Wenn ihre diese Tipps befolgt, befolgt werdet ihr es ganz sicher bis ins Examen und darüber hinaus schaffen!

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Foto: Adobe Stock/Iryna

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