Gute Gründe FÜR das Jurastudium!

Warum studiert man Jura? Es gibt unzählige Gründe für ein Jurastudium, einer der am häufigsten genannten ist zum Beispiel Geld. Aber nur des Geldes wegen Jura zu studieren – das würde nicht funktionieren.

Geld macht weder gut noch glücklich

Wenn man liest, was große US-amerikanische Kanzleien Berufseinsteigern zahlen, kann das durchaus ein Argument sein. 140.000 Euro im  ersten Jahr  – das verdienen Menschen in anderen Berufen nicht mal mit 30 Jahren Berufserfahrung und dann bekommt man das plötzlich direkt als Berufseinsteiger. Geld kann eine Motivation sein, aber aus meiner Sicht sollte es nicht unbedingt die einzige sein. Wenn ihr euch nur auf das Geld fokussiert, werdet nie wirklich gut in einer Sache sein.

Nur Spaß am Beruf bringt Gewinn

Ich hatte mal kurzfristig überlegt, ob ich ein Ingenieursstudium mache, denn in Mathe war ich immer ganz gut. Ich glaube aber trotzdem, dass ich ein katastrophaler Ingenieur geworden wäre, wenn ich das nur gemacht hätte, um später einen guten Job zu bekommen. Man kann mit einem Job, mit dem vielleicht 90 Prozent der Leute wenig Geld verdienen, trotzdem erfolgreicher und reicher werden als jeder Jurist der 140.000 Euro im ersten Jahr verdient. Man muss einfach in der Sache gut sein Spaß und daran haben. Dann hat man auch Ansporn und Anspruch, die Sache gut zu machen. Das Geld wird dann von alleine kommen.

Jura ist was für Entschlossene und Unentschlossene

Manche studieren auch Jura, weil sie sagen, ich will für Gerechtigkeit sorgen. Ich möchte Richter werden und Recht sprechen. Das kann ein Grund sein, oder wenn man sich an den Berufsbildern orientiert und sagt, dass man Anwalt oder Staatsanwalt werden will – auch das ist mit Sicherheit ein guter Grund. Dann darf man gerade bei Jura aber auch nicht vergessen: Mit Sicherheit gibt es auch viele, die einfach sagen, bei Jura ist man so breit aufgestellt und ich studiere es, weil ich eigentlich gar nicht so genau weiß, was ich eigentlich studieren soll. Mehr als die Hälfte in meinem Abi-Jahrgang haben Lehramt studiert. Das kam für mich nicht in Frage. Andere wollten Medizin studieren, hat mich nicht so interessiert. BWL ist auch nichts spezielles, sondern auch eher ein breit angelegtes Studium…Insgesamt gibt es mit Sicherheit auch viele, die sagen ja ich studierte Jura oder BWL, weil ich sonst nix besseres wusste. Ich habe nicht so das eine Ding, das ich schon immer machen wollte oder einen bestimmten Berufswunsch. Das ist aber auch nicht das Schlechteste!

Vom „Studienabbrecher“ zur Koryphäe

Man kann sich ja mal umschauen und dann später immer noch wechseln.- und später immer noch sagen: Jetzt mache ich das, was mich wirklich interessiert! Mein Strafrechtsprofessor, Professor Hillenkamp an der Uni Heidelberg. Er hat ein ganz bekanntes Buch im Strafrecht geschrieben und folgendes erzählt: Er hat Jura studiert und nach einem Semester gemerkt, dass es nichts für ihn ist. Dann hat er Jura geschmissen, mit Medizin angefangen, ein Semester Medizin  studiert und festgestellt: Medizin ist eigentlich irgendwie auch nichts für mich. Jura war doch gar nicht so schlimm. Dann hat er wieder zu Jura gewechselt und es geschafft! Heute ist er wirklich ein Strafrechtspapst. In Deutschland  kennt ihn wahrscheinlich jeder, der mit Jura zu tun hat! Auch Professor Hillenkamp, war mal ganz am Anfang.

Der Anwaltsberuf – perfekt, um sein eigener Chef zu sein

Ich wollte immer ganz konkret Anwalt werden. Der Staat hat mich nicht so interessiert. Was mich immer wirklich gereizt hat beim Jurastudium war, dass man immer die Möglichkeit hat, sich selbstständig  zu machen und selbstständig zu arbeiten. Das war für mich schon immer ein wichtiger Punkt. Der eine sagt, mir ist Sicherheit wichtiger und ich möchte  unbedingt zum Staat. Aber ist man dort einmal eingestellt, bleibt man dort bis zum Lebensende. Das ist nichts für mich. Selbständigkeit dagegen war mir einfach schon immer wichtig. Es reicht mir, wenn ich einfach mein Schild draußen aufhängen kann. Ich brauche keine große Firma oder Geschäftsidee und auch keine Maschinen. Ich kann jederzeit ein Schild an die Tür machen und sagen: Ich bin jetzt Anwalt und ich berate Leute in ihren rechtlichen Problemen! Das hat mich immer schon gereizt, von Anfang an.

Auch wenn ich mich trotzdem mal für eine Anstellung in einem Konzern entschieden habe, letztlich kam der Wunsch zur Selbstständigkeit doch wieder. Man landet am Schluss schon da, wo man auch landen möchte. Also es gibt viele gute Gründe dafür, Jura zu studieren. Geld allein sollte es nicht sein, aber es kann durchaus eine Motivation sein! Man wird als Anwalt in der Regel gut bezahlt, wenn man hart arbeitet.

Insofern würde mich interessieren, was eure Motivation ist, Jura zu studieren oder was euer Grund war, euch in Jura einzuschreiben! Schreibt einfach an info@ffi-verlag.de.

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Foto: Adobe Stock/carballo

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