Jurastudium: Drei Dinge, die du aufgeben musst

Alle deine Freunde, deine Partnerschaft und sämtliche Freizeitaktivitäten…Wenn du diesen Blödsinn glaubst, bist du definitiv der Falsche für Jura!

Im Repetitorium hatte ich mal einen Lehrer, der uns das aus eigener Erfahrung heraus geraten hat. Als dieser sich auf sein Examen vorbereiten wollte, hat er erstmal mit seiner Freundin Schluss gemacht. Nun kann man das positiv sehen und sagen: sehr fokussiert, dieser Mann – aber…

Ausgeglichenheit ist das A und O

Ich persönlich halte es für den völlig falschen Weg, sich nur auf das Jurastudium zu fokussieren und alle privaten Aktivitäten, Freundschaften und Partnerschaften aufzugeben. Ich bin der festen Überzeugung, dass man ausgeglichen sein muss. Der Mensch braucht eine Balance im Leben!

Wer nicht entspannt, brennt aus

Ja, man muss sich während der Examensvorbereitung extrem fokussieren. Du sitzt von morgens bis abends in der Bibliothek und liest dir irgendwelche Fälle durch oder arbeitest Theorien ab. Aber du musst dich auch entspannen! Wenn du dich nicht entspannst, wirst du irgendwann ausgebrannt sein – und das noch vor dem Examen! Deswegen ist es extrem wichtig, für einen Ausgleich zu sorgen.

Ein/-e verständnisvolle/-r Partner/-in ist Gold wert

Das heißt, nimm dir natürlich auch die Zeit, um in den Urlaub zu fahren und mit deinen Freunden auszugehen und einen „über den Durst“ zu trinken und natürlich auch, um einen Partner zu haben! Dieser muss zugegeben großzügig sein und viel an dir finden, besonders in den Monaten, in denen man intensive Lernphasen hat, sehr abgelenkt ist und nur noch von Jura spricht; apathisch alles subsumiert und Theorien herunterbetet…. Wenn er oder sie kein/e Jurist oder Juristin ist und vielleicht überhaupt nicht nachvollziehen kann, was ein Jurastudium eigentlich bedeutet, aber trotzdem noch viel Verständnis aufbringt, dann solltest du diese Person heiraten! Wenn es ein Jurist oder eine Juristin ist, dann hat man zumindest ein Grundverständnis.

Das alles entscheidende Examen

In vielen anderen Studiengängen hat man einfach nicht diesen Stress, weil man im Bachelorsystem schon über das Studium verteilt Punkte sammeln kann. Im Jurastudium kann man nur Zulassungsmöglichkeiten sammeln bzw. Zwischenprüfungen oder Scheine machen, aber es zählt alles nicht für das Examen. Im Examen fängt man von Null an. Wenn du im Examen „versagst“, dann ist das die alles entscheidende Note. Das ist die Note, mit der du dich für einen Job bewirbst. Du hast nicht diesen Puffer und damit auch eine extrem hohe Fallhöhe.

Prioritäten setzen, statt aufgeben

Zurück zur Ausgangsfrage: Was musst du aufgeben, wenn du Jura studierst? Nichts! Du musst nur schauen, dass du deine Prioritäten richtig setzt. Gib aber niemals dein Privatleben auf, gib nicht deinen Spaß, deine Partnerschaft, deine Freundschaften auf!

Das Jurastudium ist nicht alles!

Denn all das brauchst du, um über die lange Zeit des Studiums durchzuhalten. Das ist wie ein Marathon: Wenn du dort glaubst, du bist schneller, weil du nichts trinkst, wirst du irgendwann zusammenbrechen. Du als Jurist brauchst dein soziales Leben wie der Marathonläufer sein Wasser! Irgendwann muss man auch abschalten können, auch wenn das Studium und gute Noten wichtig sind. Das Studium ist trotzdem nicht alles! Hobbys, Partnerschaften und Freundschaften sind mindestens genauso wichtig, um seine Batterien wieder aufzuladen.

Arbeitgeber wollen keine „Jura-Nerds“

Ein Leben neben dem Studium ist auch nicht nur für dich persönlich wichtig: Auch ein zukünftiger Arbeitgeber achtet darauf, was du neben dem Studium sonst noch gemacht hast. Arbeitgeber wollen meistens keine „Jura-Nerds“, die seit dem 1. Semester nur Jura gemacht haben. Sie wollen eher jemanden, der auch im Verein aktiv ist, Sport macht oder musikalisch gebildet ist – kurz gesagt: einen Menschen, eine Persönlichkeit. Deine Freizeitaktivitäten, deine Interessen sind Dinge, die dich als Mensch auszeichnen und von der Masse abheben im Gegensatz zu jemandem, der nur Jura studiert hat.  Alle, die sich für einen juristischen Job bewerben, haben logischerweise Jura studiert. Auch wenn die Note wichtig ist, das ist nicht das Einzige, was dich am Ende für eine Stelle qualifiziert. Du als Person im Ganzen wirst bewertet. Da spielen noch viele weitere Facetten mit rein und Jura ist dabei nur ein Teil.

In diesem Sinne, bleib fokussiert, aber vergiss nicht: You’ve got a live!

Video zum Artikel

Foto: Adobe Stock/MKS

Uns gibt es auch auf Facebook!