Motivation Examen

Das Lernen fürs Staatsexamen ist lang, mühsam und erfordert viel Disziplin. Es ist gar nicht möglich, ständig motiviert zu sein. Wie ihr Motivation auch in schwierigen Phasen findet – und auf was ihr euch nach dem Staatsexamen freuen könnt, möchte ich euch in diesem Beitrag erzählen.

Schreibt ihr gerade euer Zweites Examen, seht ihr alles vielleicht etwas lockerer, weil ihr das Ganze schon einmal durchgemacht habt. Je öfter man solche Dinge macht, desto souveräner wird man. Aber schreibt ihr gerade das Erste Examen, bin ich in Gedanken bei euch und ich will euch Folgendes mit auf den Weg geben:

Die Examensphase geht vorbei

Ganz wichtig zu Beginn: Es geht vorbei, egal wie lange es dauert – ob ihr zwölf Monate lernt oder 18 Monate. Es geht auf jeden Fall vorbei und ihr könnt euch auf das freuen, was danach kommt.

Endlich Praxis im Referendariat

Das Referendariat fand ich persönlich super. Mir hat es viel mehr Spaß gemacht als das Studium, weil es viel praxisorientierter ist. Man verlässt die theoretische Blase, in der man sich während des Studiums befindet und nicht genau weiß: Was bringt mir das? Was lerne ich später? Oder: Worauf kommt es in der Praxis an? Im Referendariat kann man sein Wissen dann anwenden. Auch nicht zu vernachlässigen ist, dass man im Referendariat schon etwas Geld verdient.

Neue Kontakte außerhalb der Uni-Blase

Es eröffnet sich auch eine neue Welt, was die Leute angeht. Im Ersten Examen hat man seine Clique, man kennt die anderen Studierenden aus der Bibliothek. Nach zwölf Monaten in der Bibliothek gehen einem die immer gleichen Gesichter dann teils auf die Nerven. Im Referendariat hingegen kommt man mit neuen Leuten zusammen, die vielleicht zugezogen sind, oder die auf anderem Wege demselben Gericht zugeteilt wurden.

Abwechslung durch verschiedene Stationen

Durch die verschiedenen Stationen im Referendariat erlebt man immer wieder Neues. Es ist eine gewisse Abwechslung, die sich einstellt. Gerade am Anfang, wenn man die Strafrechtsstation im Referendariat hat, ist das eine spannende Erfahrung – wenn man zum Beispiel die Sitzungsvertretung der Staatsanwaltschaft macht. Als Referendare und Referendarinnen werdet ihr ernst genommen und das ist heilsam für die Seele. Denn in der Examensvorbereitung kriegt man wenig Feedback und wenig positive Rückmeldungen. Im Referendariat und danach macht die Arbeit deutlich mehr Spaß!

Wahlstation möglichst im Ausland absolvieren

Und für die unter euch, die gerade für das Zweite Examen lernen, kann ich sagen: Ihr habt es bald geschafft. Ihr seid bald bereit für den Job als Richter oder Richterin, oder für euren ersten Job in der Anwaltskanzlei. Was auch immer ihr vorhabt, haltet durch! Ich hoffe, ihr habt eine gute Wahlstation, möglichst weit weg im Ausland. Wenn ihr das Examen hinter euch gebracht habt könnt ihr euch darauf freuen, und die drei Monate der Wahlstation dazu nutzen, zu euch zu kehren und die Weichen für das zu stellen, was danach kommt.

Mündliche Prüfung? Bloß kein Stress

Macht euch keinen Stress wegen der mündlichen Prüfung. Dort gibt es Protokolle und man kann die Prüfung nur bedingt beeinflussen. Es ist vergeudete Zeit, wenn man sich deswegen im Vorhinein fertig macht.

Ich schicke viel positive Energie an alle, die gerade keine Lust auf positive Energie haben – und keine Lust auf gar nichts, weil sie gerade mit Jura berieselt werden. Aber wie gesagt: Es geht vorbei und ich drücke euch ganz fest die Daumen. In diesem Sinne: Haltet durch und viel Erfolg beim Lernen.

Motivation für Examenskandidaten | Jurastudium

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