Der Ablauf des Rechtsreferendariats ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt und unterscheidet sich im Detail von Bundesland zu Bundesland. Dennoch ist der grobe Ablauf des Referendariats im gesamten Bundesgebiet ähnlich. Wie funktioniert die Bewerbung, mit welchen Wartezeiten ist zu rechnen und was gibt es rund um Zivil-, Strafrechts-, Verwaltungs- und Wahlstation zu beachten? Das erfahrt ihr im Folgenden. 

Die Bewerbung – der erste Schritt ins Referendariat

Der erste Schritt, um nach dem Ersten Staatsexamen ins Referendariat zu starten, ist die Bewerbung um einen Referendariatsplatz. Da die juristische Ausbildung in Deutschland Ländersache ist, gibt es keine zentrale Stelle, an welche die Bewerbung gerichtet wird. Trotzdem gibt es eine Gemeinsamkeit: Das juristische Referendariat beginnt in allen Bundesländern mit der Zivilgerichtsstation. Entsprechend ist die Referendariatsbewerbung an ein Gericht (ein Oberlandesgericht) zu richten.

Für welches Oberlandesgericht in welchem Bundesland ihr euch dabei entscheidet, ist euch überlassen. Aber Vorsicht: Die Wahl des Bundeslandes wirkt sich nicht nur darauf aus, an welches Oberlandesgericht eure Bewerbung zu richten ist.

Die Wahl des Bundeslandes entscheidet auch darüber, an welchen Gerichten bzw. in welchen Staatsanwaltschaften die kommenden Referendariatsstationen absolviert werden. Außerdem hat die Wahl einen Einfluss darauf, unter welchen Voraussetzungen die späteren Prüfungen stattfinden. Auch die Höhe der Unterhaltsbeihilfen hängt von der Wahl des Bundeslandes ab.

Wartezeiten – Womit müssen Referendare und Referendarinnen rechnen?

Wie lange es dauert, bis ihr nach eurer Bewerbung ins Rechtsreferendariat starten könnt, hängt von zwei Faktoren ab: den Einstellungsterminen und den in eurem Bundesland üblichen Wartezeiten.

Die Einstellungstermine

In einigen Bundesländern werden Rechtsreferendar:innen zu vielen Terminen eingestellt. Das ist etwa der Fall in Nordrhein-Westfalen. Hier können jeden Monat neue Referendare und Referendarinnen starten – so vergeht je nach OLG zwischen Bewerbung und Referendariatsbeginn regelmäßig wenig Zeit. Allerdings gibt es auch Bundesländer, die Referendare nur zu wenigen Terminen pro Jahr einstellen. Zu diesen Bundesländern gehören etwa Bayern, Bremen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen. Hier werden Referendare und Referendarinnen nur zu zwei Terminen pro Jahr eingestellt.

Die Wartezeiten

Nicht nur ein weit in der Zukunft liegender Einstellungstermin kann Grund für längeres Warten auf den Referendariatsbeginn sein. Vielmehr gibt es zusätzlich dazu in einigen Bundesländern „echte“ Wartezeiten. Das bedeutet, dass die Nachfrage mancherorts das Angebot an Referendariatsplätzen übersteigt – wer sein Referendariat in diesen Regionen absolvieren möchte, muss oft auf den übernächsten Einstellungstermin oder sogar noch länger warten.

Tipp: Wer lange Wartezeiten vermeiden möchte, hat die Möglichkeit, sich für ein Referendariat in einem anderen Bundesland zu entscheiden. Insbesondere diejenigen, die in Berlin oder Hamburg leben (hier sind die Wartezeiten oft lang) können ihr Referendariat in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Brandenburg absolvieren. So lassen sich Wartezeiten auch ohne einen Umzug reduzieren.

Wichtig ist außerdem: Referandarinnen und Referendare müssen sich auf die verschiedenen Referendariatsstationen „einzeln“ bewerben. Es bietet sich an, Bewerbungen frühzeitig abzuschicken.

Der Ablauf des Rechtsreferendariats 

Welche Referendariatstationen wie lange zu absolvieren sind, variiert von Bundesland zu Bundesland. Die Entscheidung für das Bundesland beeinflusst daher auch Dauer und Ablauf des Referendariats. Trotz der regionalen Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern aber auch Gemeinsamkeiten:

  • In allen Bundesländern ist das Referendariat zumindest in eine Zivilrechtsstation, eine Verwaltungsstation, eine Strafrechtsstation, eine Anwaltsstation und eine Wahlstation aufgeteilt.
  • Außerdem startet das Referendariat in fast allen Bundesländern mit einem Block aus Zivilrechts-, Strafrechts- und Verwaltungsstation.

Lest den kompletten Beitrag im „Wegweiser Referendariat“:

Was euch rund um die einzelnen Stationen erwartet, erfahrt ihr im Wegweiser Referendariat:

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Bild: Adobe Stock/©Mykata
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