Repetitorium oder nicht?

Das Thema Repetitorium ist wahrscheinlich im Jurastudium so allseits präsent wie sonst nur die Examensnote – ein Thema, das einem wahrscheinlich schon ab dem ersten Semester immer wieder begegnet. In diesem Beitrag erfahrt ihr, ob sich ein Repetitorium lohnt und wann ihr damit anfangen solltet.

Ab wann ist ein Repetitorium sinnvoll?

Man kann extrem früh damit anfangen! Ich für meine Begriffe habe aber damals viel zu frühangefangen. Ich habe meinen ersten Crashkurs zur Vorbereitung auf einen großen Schein im dritten oder vierten Semester absolviert. Ich habe dafür durchaus viel Geld bezahlt, was man als Student ja nicht unbedingt so im Überfluss zur Verfügung. Außerdem hat man sich in erster Linie damit nur ein reines Gewissen erkauft, weil es alle anderen in meinem Bekanntenkreis auch gemacht haben. Vielleicht habe ich deswegen die Klausur bestanden, vielleicht auch nicht. Ich kann die Entscheidung für das Repititorium jetzt leicht in Frage stellen. Für meine Begriffe war es aber damals zu früh, denn ich finde ganz am Anfang sollte man nicht unbedingt so viel Geld dafür bezahlen müssen. Man kann durchaus erstmal versuchen, sich mit Lehrbüchern und den AGs, die von der Uni angeboten werden, an die Materie heranzutasten. Ab dem Zeitpunkt, an dem man sich für das eigentliche Examen vorbereitet, würde ich jedoch ein Repetitorium empfehlen.

Es gibt die großen kommerziellen Repetitorien von Alpmann Schmidt und von Hämmer, es gibt aber auch kleinere lokale Repetitorien, die nicht bundesweit tätig sind. Da muss man sich so ein bisschen an der Uni umhören, was die anderen machen und was einen guten Ruf hat – da kann man sich durchaus auch vom Schwarm lenken lassen. Alles in allem würde ich es empfehlen! Warum? Aus verschiedenen Gründen.

Gründe für ein Repetitorium

Zum einen wird der Stoff portioniert. Das heißt, man hat einen Zeitraum von ca. zwölf oder 18 Monaten, in denen man sich den Stoff aneignen muss und das sind teilweise große Brocken. Durch die Portionierung hat man aber den Horizont in gewisser Weise im Blick. Ich hatte damals viel zu viel Angst, mich zu verzetteln, wenn ich auf eigene Faust anfange zu lernen. Es gibt mit Sicherheit Leute, die das hervorragend können, aber für mich war das damals nichts –  ich brauchte diese Portionierung. Der zweite Grund ist, es gibt extrem gute Klausurenkurse, die in diesem Gesamtpaket immer schon mit drin sind (interne Verlinkung zum Beitrag über Übungsklausuren). Ich würde unbedingt empfehlen in der Examensvorbereitung regelmäßig Übungsklausuren zu schreiben! Es gibt hervorragende Klausurenkurse mit der entsprechenden Besprechung und auch eine Lösungsskizze. Denn eine Übungsklausur bringt nichts, wenn man sich danach nicht damit beschäftigt und es nicht aufarbeitet.

Kommerzielles oder Uni-Repetitorium?

Ich höre immer wieder, dass es mittlerweile sehr gute Uni-Repetitorien gibt. Das hängt auch mit Sicherheit vom Studienort ab und hat sich bestimmt auch weiterentwickelt, aber nach meiner Erfahrung war es so, dass mich die Uni-Repetitorien damals, gerade was die Klausuren angeht, nicht so richtig überzeugt haben. Man hat zwar Klausuren geschrieben, aber die Lösungsskizzen waren nur mittelprächtig und Besprechungen gab es gar keine. Insofern war für mich damals das kommerzielle Repetitorium der bessere Weg. Ich habe es auch nicht immer geschafft, alle Zeitpläne einzuhalten und ich habe auch nicht immer alle Klausuren mitgeschrieben, aber es war für mich auf jeden Fall der richtige Weg.

Repetitorium hin oder her: Man kann nie genug wiederholen!

Also was kann ich euch empfehlen? Ich würde das Thema auf jeden Fall im Blick behalten, meistens kann man auch kostenlos ein paar Kurse besuchen. Hört euch ein bisschen um, wo die meisten Leute hingehen – da ist dann meistens auch irgendetwas dran. Unterm Strich würde ich, gerade in der stressigen Phase kurz vor dem Examen, dazu raten, ein Repetitorium zu besuchen. Zumindest den Klausurenkurs. Man kann nie genug Übungsklausuren schreiben und dann klappt es bei euch mit dem Examen bestimmt auch ganz hervorragend.

Ich drücke euch fest die Daumen!

Video zum Beitrag

Foto: Adobe Stock/LeslieAnn

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