Lerntools für‘s Jurastudium – so findet ihr was zu euch passt

Fünfstündige Übungsklausuren, Karteikartenstapel und dazwischen Kaffee trinken. Dass das Jurastudium eine Menge Lernstoff mit sich bringt, ist kein Geheimnis. Welche Lernmittel zum Erfolg führen, ist dabei umstritten. Ist man sich jedoch seiner Lernziele und Vorlieben im Klaren, finden sich aber zahlreiche Helfer – analog und digital.

Herausforderung Jurastudium – lernen will gelernt sein

Die Examensvorbereitung erfordert nach dem Grundstudium eine neue Herangehensweise. Zeitraum, Inhalte und Schwerpunkte müssen selbst festgelegt werden, das Niveau der Klausuren steigt. Denn anstatt jeweils Klausuren zum Deliktsrecht, Vertragsrecht oder Sachenrecht zu schreiben, müssen die Rechtsgebiete nun miteinander verknüpft werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, von neuen Inhalten im Examen überrascht zu werden, so dass das juristische Handwerkszeug noch bedeutsamer wird.

Ist die erste Hürde geschafft, wartet schon das Referendariat. Hier muss nicht nur der „alte Stoff“ sitzen, sondern es müssen gleichzeitig neue Klausurtypen und prozessrechtliche Themen eingeübt werden – parallel zur Arbeit in den Stationen.

Unter diesen Umständen ist jeder zusätzliche Organisationsaufwand doppelt belastend. Deshalb sollte man sich nach Hilfsmitteln umschauen.

Jura-Lernmittel – von Karteikarten am Schreibtisch bis zu Apps im Bus

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, den Stoff zu erlernen und zu wiederholen. Während die einen gerne aus dem Bibliotheksmaterial eigene Skripte und Karteikarten verfassen, greifen andere auf zugeschnittene Angebote von Repetitorien wie Alpmann Schmidt oder Hemmer zu.

In beiden Fällen kann eine zusätzliche Lerngruppe besonders hilfreich sein. Hierdurch erkennt man eigene Schwächen und vertieft bereits Erlerntes, indem man es der Lernpartnerin oder dem Lernpartner erklärt. Hinzu kommt, dass man sich gegenseitig motiviert. Auch hier gibt es verschiedene Varianten. Wie oft man sich trifft, ob man Klausuren löst oder sich abfragt und wie groß die Gruppe sein soll, ist Geschmackssache.

Ist man hingegen der Meinung, dass man am eigenen Schreibtisch am besten vorankommt, ersparen digitale Angebote den Weg zur Bibliothek oder zum Gruppenunterricht:

Auf „juraLIB“ kann man beispielsweise nicht nur eigene Mindmaps anlegen. Das Tool erlaubt es auch, auf fremde Mindmaps zuzugreifen und diese gemeinsam zu bearbeiten. Große Karteikarten-Pools lassen sich zusätzlich bei Programmen wie „Anki“ finden – eine besonders große virtuelle Lerngruppe sozusagen.

Und selbst den Repetitor kann man inzwischen virtuell besuchen. So bietet „Lecturio“ Aufzeichnungen kommerzieller Repetitorien für zuhause an.

Zur Jura-Lernroutine gehören auch Pausen!

Für manche ist die Fahrt zur Universität oder zum Repetitor aber auch ein geringeres Ablenkungsrisiko als die eigene Wohnung mit PC, dem Kühlschrank und den Mitbewohner/innen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Freizeit und Arbeit nur noch schwer trennen lassen, so dass man „keinen freien Kopf mehr hat“. Wer jedoch keine Zeit zu verlieren hat, dem helfen Karteikarten-Apps oder zum Beispiel Angebote wie „Jurafuchs“ – eine App, mit der sich kleinere Fälle im Twitter-Format lösen lassen.

Insgesamt sollte man sich aus eigenem Interesse einen Überblick über Lernangebote und -tools für das Jurastudium verschaffen. Hat man erst einmal ein für sich passendes Angebot gefunden und eine effiziente Lernroutine entwickelt, gilt es, diese möglichst beizubehalten. Doch Achtung an Überfleißige: Zum Lernen gehören – wie beim Sport – Pausen! Nur so lassen sich die intensiven Phasen überhaupt durchhalten.

 Fazit: Juralernen bleibt individuell

Trotz zahlreicher Apps und Ratgeber bleibt das Jurastudium nach wie vor eine Herausforderung, die einem niemals abgenommen werden kann. Um diese zu meistern, finden sich sowohl digitale als auch analoge Hilfen. Dabei sollte man sich jedoch immer vor Augen halten: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Juralernen gibt es nicht. Jede/r muss sich seine individuelle Lernstrategie selbst erarbeiten. Neben der Auseinandersetzung mit Lernhilfen, ist hier kritische Selbstreflexion gefragt. Doch es lohnt sich: Gerade eine gute Lernorganisation zahlt sich aus, da sie den Alltagsdruck deutlich senken kann. Damit kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die Lerninhalte, die Klausurtechnik und nicht zu vergessen: Das Leben neben dem Examen.

Juralern-Techniken und -Tools – unsere Empfehlungen

  • Ob Online-Community, Lerngruppe oder örtliches Repetitorium – zusammen lernt es sich besser. Nutze die Gelegenheit, dich auszutauschen
  • Auch digitale Angebote ermöglichen die Zusammenarbeit: Mit apps.ankiweb.net kannst Du eigene digitale Karteikarten erstellen, hochladen sowie mit anderen teilen und gemeinsam bearbeiten. Juralib.de bietet teilweise öffentlich zugängliche und teilweise kostenpflichtige Mindmaps/Schemata und Karteikarten an – für das erste Examen werden z. B. 734 Mindmaps zum Download angeboten.
  • Digitalisierte Lerninhalte und Apps wie Jurafuchs machen dich mobil und sorgen für Abwechslung im Bus, im Zug oder Wartezimmer
  • Ist dir zeitliche Flexibilität wichtig, bietet Lecutiro.de jederzeit abrufbare Videokurse für das erste und zweite Staatsexamen an

Foto: Adobe Stock/Wasana

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