Das verdienen Anwälte wirklich

In diesem Beitrag geht es um das liebe Geld. Was kann man als Anwalt verdienen und was bleibt unter’m Strich hängen? Lohnt es sich bei diesem Umsatz überhaupt, so viele Jahre in das Studium zu investieren?

Soldan-Umfrage: So viel Umsatz macht ein Anwalt

Beim Thema Gehalt gibt es eine Statistik mit Angaben zum Umsatz. Diese findet ihr im Anwaltsblatt Nr. 3 2017. Durchgeführt hat die Befragung das Soldaninstitut. Natürlich muss man bei solchen Statistiken auch vorsichtig sein. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Aber es sind zumindest ein paar realistische Daten und nicht nur Erzählungen von mir persönlich.

Aufbau der Statistik

Es geht dabei zunächst um den Umsatz, nicht um den Gewinn. Die Zahlen hierzu sind segmentiert, nämlich nach 50.000 Euro und weniger, auf mehr als 50.000 – 100.000 Euro und so weiter. Darin sind auch Anwälte erfasst, die eine Million Umsatz machen und welche, mit  weniger als 50.000 EUR Umsatz. Befragt wurden Anwälte zum Umsatzjahr 2013. Die Umsatzverteilung sieht wie folgt aus:

13 % < 50.000 EUR
20 % 50.000 – 100.000 EUR
30 % 100.000 – 200.000 EUR
18 % 200.000 – 300.000 EUR
19 % > 300.000 EUR

Im Schnitt verdienen Einzelanwälte weniger, als Anwälte in Kanzleien. Auch der Umsatz von Anwälten, die sich zu einer Kanzlei zusammengeschlossen haben und sich dabei auf eine Region fokussieren, ist geringer als der von Anwälten, die bundesweit tätig sind. Im Schnitt haben die befragten Anwälte 2013 195.716 EUR Umsatz gemacht.

Umsatz ist nicht gleich tatsächlicher Verdienst!

Bedeutet dies, dass die Anwälte knapp 200.000 EUR Gewinn gemacht haben? Natürlich nicht. Denn von diesem Umsatz wird eine Reihe von Kosten abgezogen, wie z.B. Büromiete, Mietarbeiterkosten, Support, Briefpapier, Drucker usw.. Setzt man diese Kosten im Verhältnis zum Umsatz, spricht man von der Kostenquote. Wenn zum Beispiel 100.000 EUR Kosten im Jahr entstehen, was ganz schnell entstehen kann, weil man z.B angestellte Rechtsanwälte hat oder eine Sekretärin, dann liegt die Kostenquote bei > 50 %. Und tatsächlich kam bei dieser Befragung heraus, dass bei deutschen Anwaltskanzleien die durchschnittliche Kostenquote bei 50,7 % liegt. Der durchschnittliche Umsatz von 200.000 EUR halbiert sich also und der Gewinn beträgt knapp 100.000 EUR.

Fazit: Nur wer Spaß hat, kommt auf seine Kosten

Diese Zahl ist belastbar. Aber nur wegen des Geldes sollte man es natürlich nicht machen. Aber auf jeden Fall ist es nicht so, dass wenn man sich bei der Arbeit engagiert, fleißig ist und sich um seine Mandanten kümmert, am Schluss nichts übrig bleibt.

Noch ein Video zum Thema Gehalt

Foto: Adobe Stock/adrian_ilie825

 

Uns gibt es auch auf Facebook!