Bundesfachschaft Jura

 

Vom 29.11.-1.12.19 fand in Bonn die Ansprechpartnertagung des Bundesverbands rechtswissenschaftlicher Fachschaften e.V., kurz BRF, statt. Diese Ansprechpartnertagungen werden nicht nur dazu genutzt, mit Vertreterinnen und Vertretern aus nahezu allen juristischen Fachschaften in Kontakt zu treten, sondern auch, um eine Vielzahl an Themen zu diskutieren, die alle Jurastudierenden in Deutschland betreffen. Das Thema der diesjährigen Ansprechpartnertagung lautete „Fachschaften Qualitätsmanagement“ –  somit lag der Fokus der Veranstaltung auf die Frage, wie die Arbeit der juristischen Fachschaften und des BRF optimiert werden kann.  Doch was genau sind die Ziele der Bundesfachschaft Jura und warum kann es sich für mich als Studentin oder Student lohnen, mich hier zu engagieren?

Wofür setzt sich der BRF konkret ein?

Die politisch neutrale Bundesfachschaft setzt sich unter anderem ein für:

  • die Stärkung des Schwerpunktbereiches
  • die Praxisnähe des Studiums
  • den integrierten Bachelor of Laws und
  • eine Reduktion des Pflichtfachstoffes.

Nahezu alle juristischen Fachschaften sind im BRF vertreten, weshalb der Verband vereinfacht als der zentrale Ansprechpartner für Jurastudierende in Deutschland bezeichnet werden kann. 40 von 44 Fachschaften sind mit ihren Studierendenvertretungen im BRF organisiert. Seine Beschlüsse haben somit durchaus eine repräsentative Bedeutung für Jurastudierende in Deutschland.

BRF: Die politische Stimme der Jurastudierenden in Deutschland

Deshalb verfolgen die Mitglieder aktiv den Austausch mit Politikerinnen, Politikern und Ministerien, um sicherzustellen, dass die Perspektive und die Reformwünsche der Studierenden in hochschulpolitischen Entscheidungen nicht übergangen werden. Im Gegensatz zu Organisationen wie ELSA geht es der Bundesfachschaft also weniger ums Netzwerken mit potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Stattdessen will man die Lehre aktiv mitgestalten und Entwicklungen, die nicht im Interesse der Studierenden sind, im besten Fall aufhalten.

In den einzelnen Bundesländern setzt sich die Bundesfachschaft Jura wiederum für Reformen ein, die die Studierenden im jeweiligen Bundesland betreffen, beispielsweise in Bayern für eine Reduktion der Klausurenanzahl im Zweiten Staatsexamen. Diese sollen laut Landesjustizprüfungsamt im Jahr 2022 zwar von elf auf neun Klausuren reduziert werden, lägen damit aber immer noch höher als in anderen Bundesländern.

Wieso profitieren Jurastudierende, wenn Sie sich im BRF engagieren?

Auf der diesjährigen Ansprechpartnertagung wurde über ein derzeit drängendes Thema beraten: – die Möglichkeit eines zukünftigen Verzichts auf Bildung einer Gesamtnote im Staatsexamen.

Hier nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Diskussion im Plenum, um sich darüber auszutauschen, wie die Studentenschaft strategisch gegen den Entwurf eines solchen Gesetzes vorgehen kann.

Im Gegensatz zum Jurastudium, welches eher durch Frontalunterricht geprägt ist, und nicht selten als Selbststudium bezeichnet wird, bietet sich bei derartigen Diskussionen für BRF-Mitglieder die Möglichkeit, sich Fähigkeiten anzueignen, die später im Berufsleben entscheidend sind: Probleme zu diskutieren, strategisch zu denken, eigene Prozesse zu hinterfragen und schließlich zu optimieren – also Kernaufgaben des Managements.

Der zweite Tag der Veranstaltung gliederte sich in drei Workshops mit folgenden Titeln:

  • „Außendarstellung und Studierendenkontakt“,
  • „Teamarbeit – Effizienzsteigerung der Studierendenvertretung“
  • und „Veranstaltungsplanung und -management“


Bundesfachschaft JUra

In den Workshops erarbeiteten die Beteiligten sich Wege, wie die gegenwärtige Fachschaftsarbeit optimiert und dadurch eine Qualitätssteigerung erreicht werden kann.

Auch der Kontakt zu anderen juristischen Studierendenorganisationen wird aktiv gesucht, sodass eine Vertreterin und ein Vertreter von ELSA Deutschland auf der Tagung anwesend waren, während der BRF wiederum die letzte ELSA-Generalversammlung besucht hatte. Mit ihnen wurde im Plenum erörtert, wie man künftig die Zusammenarbeit verbessern kann.

Zu einem der sicherlich interessantesten Projekte des BRF gehört die AbsolventInnenbefragung, die vom Ausschuss für Koordination und besondere Aufgaben (KubA) durchgeführt wird. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden Mitte des Jahres zum dritten Mal veröffentlicht und offenbaren, für wie sinnvoll die Studierenden beispielsweise einen integrierten Bachelor halten oder wie sie den psychischen Druck im Studium empfinden. Der Abschlussbericht zur Befragung von 2018 steht hier zum Download zur Verfügung. Ein studentisches Engagement in der Fachschaft oder dem BRF gibt Jurastudierenden dadurch nicht nur die Möglichkeit, aktiv die Vereinsarbeit mitzugestalten, sondern auch, an der „Zielgruppe“ der Studierenden näher dran zu sein als jeder andere und ihre Wünsche und Interessen kennenzulernen.

 

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