Serienmörder

Tagtäglich werden auf der Welt unzählige von Straftaten begangen. Diese Geschichten kursieren anschließend für kurze Zeit in den Medien und geraten dann allmählich in Vergessenheit. Nicht in Vergessenheit geraten derartige Vorfälle allerdings bei den Hinterbliebenen der Opfer. Betroffene Familien werden bis an ihr Lebensende an das Geschehene erinnert. Im Folgenden soll die Geschichte von fünf Serienmörder erzählt werden und welche Ereignisse zu ihren Taten geführt haben.

Samuel Little – der schlimmste Serienmörder der US-Geschichte

Der mittlerweile verstorbene US-Amerikaner Samuel Little gestand im Alter von 78 Jahren, dass er 93 Menschen getötet habe. Allein bis 2019 konnte ihm die Polizei 50 Morde im Zeitraum zwischen 1970 und 2005 nachweisen. Damit war Little der Serienmörder mit der höchsten Opferzahl in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Samuel Little war Amateurboxer und schlug seine Opfer zunächst bewusstlos. Anschließend erdrosselte er sie. Die Opfer waren in den meisten Fällen afroamerikanische Frauen mit sozial schwierigen Hintergründen. Oft waren die Ermordeten Prostituierte oder Drogenabhängige. Samuel Little erinnerte sich zum Teil an einzelne, präzise Details und fertigte detaillierte Zeichnungen seiner Opfer an.

Bereits in der High School war Samuel Little sozial auffällig und stammte aus sozial schwachen Verhältnissen. Er wurde schon sehr früh wegen anderer Straftaten, wie beispielsweise Einbrüchen, immer wieder festgenommen. Selbst seine Mutter soll im Gefängnis gesessen haben, als er zur Welt kam.

Pedro Alonso López – kleine Mädchen waren sein Beuteschema

Pedro Alonso López wuchs in Kolumbien als Sohn einer Prostituierten auf. Als er acht Jahrealt war, lief er von zuhause weg, lebte auf der Straße und wurde in dieser Zeit von einem Pädophilen mehrfach vergewaltigt. López wurde bereits in jungen Jahren mehrfach straffällig. Mit 18 Jahren wurde er wegen Autodiebstahls inhaftiert, und während seiner Haft erneut vergewaltigt. Daraufhin tötete er drei seiner Vergewaltiger innerhalb der darauffolgenden zwei Wochen.

1978 wurde López aus dem Gefängnis entlassen. Daraufhin begann er, kleine Mädchen zu entführen, zu vergewaltigen und zu ermorden. Er wurde erneut verhaftet. Er gestand, 110 Mädchen in Ecuador, 100 in Kolumbien und 100 in Peru ermordet zu haben. Er wurde 1980 wegen Mordes in 57 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt. Dies waren laut Gesetz 16 Jahre. Nach 14 Jahren wurde er jedoch bereits entlassen und als unzurechnungsfähig eingestuft. Er wurde daraufhin in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Nach drei Jahren befand man ihn offiziell als geheilt.

Nach weiteren Vorfällen wurde López jedoch erneut verhaftet. Er wurde allerdings Anfang des Jahres 1999 wieder entlassen, da nach damaligem Recht niemand länger als 20 Jahre in Haft gehalten werden durfte.

Linktipp: Die brutalsten Serienkiller der Welt – Pedro Alonso Lopez

Dr. Harold Shipman – Patienten waren seine Opfer

Der britische Hausarzt Harold Shipman wuchs in geordneten Verhältnissen auf und war auch in der Schule stets beliebt. Als er 17 Jahre alt war, starb seine Mutter an Lungenkrebs. Sie bekam, wie später seine Opfer, Morphin.

Shipman studierte Medizin. Als er anfing, das Opioid Pethidin für den Eigenbedarf herzustellen, erhielt er hierfür eine Geldstrafe und besuchte anschließend die Drogenrehabilitationsklinik in York.

Nachdem er als genesen galt, eröffnete er eine eigene Praxis. Fünf Jahre später stellte man eine extrem hohe Todesrate bei seinen Patienten und Patientinnen fest. Darunter befanden sich besonders häufig ältere Damen, die anschließend eingeäschert wurden. Ausreichende Beweise für die Erhebung einer Anklage konnten jedoch nie erbracht werden.

Eine Rechtsanwältin wurde im selben Jahr auf den Arzt aufmerksam, als ihre Mutter angeblich ein Testament aufgesetzt haben sollte, in dem sie und ihre Kinder von der Erbschaft ausgeschlossen wurden und Shipman 386.000 Pfund erhalten sollte. Bei einer anschließenden Untersuchung der Leichen wurden Spuren von Heroin entdeckt. Eine Hausdurchsuchung brachte weitere Beweise ans Licht. Es wurde die Schreibmaschine gefunden, mit der das gefälschte Testament geschrieben wurde. Daraufhin wurde Shipman verhaftet. Weitere Fälle wurden untersucht und Shipman für schuldig befunden. Während seiner medizinischen Behandlungen sollen insgesamt 459 Personen gestorben sein. Shipman wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Anfang des Jahres 2004 erhängte sich Shipman in seiner Zelle im Gefängnis.

2002 wurde der Fernsehfilm Howard Shipman: Doctor Death gedreht und ausgestrahlt.

Linktipp: Howard Shipman: Doctor Death

Niels Högel – Krankenpfleger tötete Patienten

Der deutsche Krankenpfleger Niels Högel könnte im Zeitraum von nur sechs Jahren schätzungsweise an die 200 Menschen umgebracht haben – nachgewiesen wurden ihm 120 Morde. Er verabreichte seinen Patienten und Patientinnen die falschen Medikamente, um so Herzstillstände hervorzurufen. Dem ehemaligen Krankenpfleger konnten im Laufe der Jahre immer mehr Morde nachgewiesen werden, sodass er 2015 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden konnte.

Högel war von 1999 bis Mitte 2005 als Krankenpfleger in Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst tätig und beging dort zahlreiche Morde. Diese stellten vermutlich die größte Mordserie in Deutschland dar. Mit dazu beigetragen haben ebenfalls Kollegen und Kolleginnen sowie Vorgesetzte, die ihm trotz seines Vorgehens ein gutes Arbeitszeugnis ausstellten.

Im Juni 2005 wurde Högel letztendlich von einigen Kolleginnen und Kollegen auf frischer Tat ertappt.

Das Landgericht Oldenburg verurteilte Niels Högel im Dezember 2006 wegen des Falles vom 22. Juni 2005 wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren Haft und einem fünfjährigen Berufsverbot. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf Revision einer Nebenklägerin hin auf. Im Juni 2008 wurde Högel erneut verurteilt, diesmal zu siebeneinhalb Jahren Haft und einem lebenslangen Berufsverbot.

Nach weiteren Ermittlungen wurde Högel in 85 Fällen schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Fall zog u. a.  Änderungen im Niedersächsischen Krankenhausgesetz nach sich. Die Gesetzesänderungen traten 2019 in Kraft und sollen in Zukunft derartige Vorfälle vermeiden.

Serhij Tkatsch – brutale Morde eines Polizeibeamten

Der ukrainische Serienmörder und ehemalige Polizeibeamte Serhij Tkatsch soll an die 100 junge Frauen und Mädchen brutal ermordet haben. Seine Mordserie begann in den 1980er Jahren und endete erst 2005. Er erstickte seine Opfer und verging sich anschließend an ihnen. Nachgewiesen wurden ihm 36 Morde, dafür verbüßt er nun eine lebenslange Haftstrafe. Reue zeigte er bei seiner Verurteilung keine.

Tkatsch arbeitete als Kriminalermittler in Russland. Aufgrund eines Betruges wurde er jedoch genötigt, zu kündigen. Daraufhin arbeitete er in der Ukraine in den Kohlebergwerken und Industrieanlagen. Dort beging er 1980 seinen ersten Mord. Er vergewaltigte eine Frau und erdrosselte sie. Nach eigenen Angaben war die Vergewaltigung sein Ziel gewesen und er habe die Frau unbeabsichtigt getötet, empfand dies jedoch als überaus erregend. Zwischen 1984 und 2005 ermordete er weitere Mädchen und junge Frauen, bis er 2005 nach ca. 20 Jahren festgenommen wurde. Er wurde zu 36 lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Als ausgebildeter Kriminalist hinterließ er keine Spuren. Er entwendete Wertsachen und Schmuck, um die Tat wie einen Raubmord aussehen zu lassen.

Im Laufe der Jahre waren zehn unschuldige Menschen für seine Straftaten verurteilt worden. Einer der zu Unrecht beschuldigten Männer beging darüber Suizid.

Fazit: Fast alle Serienmörder haben Persönlichkeitsstörung

Die Vorstellung der fünf Serienmörder zeigt, dass einzelne Straftäter – wenn sie nicht die Hilfe erhalten, die sie brauchen – hunderte Menschenleben zerstören können. Die Fälle sind gleichzeitig spannend, wie erschütternd. Nicht immer stammen Täter aus schlechten Verhältnissen – jedoch wird deutlich, dass fast immer Kriterien einer Psychopathie oder einer antisozialen Persönlichkeitsstörung erfüllt werden. Oft scheinen Täter persönliche Schicksalsschläge nicht verarbeitet zu haben, sei es der schmerzhafte Verlust der Mutter im Fall des Arztes, die Vergewaltigung von Samuel Little in jungen Jahren oder der berufliche Misserfolg eines Polizisten.

Foto: Adobe Stock/Bernd Libbach

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